Marcel Huwyler – Frau Morgenstern und die Offenbarung

von Bettina Schnerr
2 Minuten Lesezeit
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Seit ich Violetta Morgenstern und ihren Kollegen Miguel Schlunegger bei ihrem vierten Fall begleitet habe, sind gerade einmal neun Monate vergangen. Nun habe ich mich mit ihrem siebten Fall befasst — was auf Seiten Morgensterns etwa zwei bis drei weiteren aktiven Dienstjahren seit der letzten Begegnung mit mir entspricht. Und ich spüre, dass sie seit der damaligen Flucht offenbar wieder in Gnaden bei der geheimen Organisation namens Tell aufgenommen wurden. Schließlich ist die pensionierte Lehrerin dort eine der besten Auftragskillerinnen. Widmen wir uns also „Frau Morgenstern und die Offenbarung“.

Gemeint ist damit nicht einmal ihre neue private Situation – in der sich Schlunegger zu einem ganz neuen Menschen gewandelt hat. Seit Kurzem wohnt sie nämlich in einer Art Generationen-WG mit Schlunegger zusammen, der seine fünfjährigen Zwillingstöchter zu sich geholt hat. Mit Morgenstern als Omi. Da ist eine Menge Trubel vorprogrammiert, zumal die Familienzusammenführung, sagen wir, „unkonventionell“ vorgenommen wurde.

Schreibt eine Grabung die Geschichte um?

Die eigentliche, titelgebende „Offenbarung“ soll verhindert werden. Tell wird beauftragt, sämtliche elf Mitglieder eines Grabungsteams zu eliminieren, die in einer ägyptischen Grabstätte einen besonderen Fund gemacht haben. Irgendetwas an dieser Entdeckung macht jemanden sehr nervös. So nervös sogar, dass ein Unbekannter noch vor dem Team Morgenstern/Schlunegger aktiv wird.

Die Fabulierlust von Marcel Huwyler zeigt sich wieder als unerschöpflich, wenn er seine Auftragskiller auf die Pirsch schickt. Vor allem Frau Morgenstern muss eine Menge Aufgaben gleichzeitig erledigen. Denn die Mutter einer ehemaligen Schülerin bittet ebenfalls um Rat. Ihre Tochter hat nicht nur ihr Leben umgekrempelt, sondern ist auch noch verschwunden.

Die Geheimagenten-Parodie steckt voll absurder Details, wie Morgensterns Fitnesstraining — oder den Marotten ihres Chefs. Und freilich interessiert noch viel mehr als alles andere, was das große umstürzlerische Geheimnis der Ägyptologen ist, das sie auf die Abschussliste gesetzt hat. Der Roman bringt es tatsächlich fertig, mit der Enthüllung alle bis zum Schluss zappeln zu lassen. Ein cleverer Schachzug von Frau Morgenstern stellt danach eine gewisse Ordnung wieder her. Denn Fragen stellen ist bei Tell zwar nicht erwünscht. Aber wenn sich die beiden besten Auftragskiller einig sind, dass an ihrem Auftrag etwas nicht stimmt, finden sie Mittel und Wege, ihn stimmig zu machen. Bis zum nächsten Mal.

Bibliografische Daten

Verlag: Grafit
ISBN: 978-3-98659-025-3
Deutsche Erstveröffentlichung: 2025

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