Yasuhiko Nishizawa – The Man who died seven times

von Bettina Schnerr
2 Minuten Lesezeit

Neujahrstreffen der Familie sind nicht immer gerade das Gelbe vom Ei. Für die Familie des 16-jährigen Hisataro schon gar nicht. Von den drei Töchtern des Restaurantbesitzers Reijiro Fuchigami haben sich zwei früh bewusst aus dem Staub gemacht, darunter Hisataros Mutter. Erst seit wenigen Jahren versuchen sie wieder, Boden gut zu machen und beim Neujahrstreffen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Denn Reijiro ist inzwischen zu Geld gekommen, während die Ehemänner der beiden Töchter beruflich am Ende sind. Vielleicht lässt sich der Vater so weit besänftigen, dass sein Testament vorteilhaft formuliert wird.

Für Hisataro werden die Tage in Opas Anwesen zur Herausforderung. Denn der Jugendliche rutscht gelegentlich in eine Zeitschleife und erlebt einen einzelnen Tag neun Mal hintereinander. Planen kann er das nicht, allenfalls das beste daraus machen, wenn es so weit ist. Und so muss er ausgerechnet jenen Tag neu durchleben, als sein Großvater ermordet im Zimmer aufgefunden wird: Opa wird zum „man who died seven times“.

Unangenehme Entdeckungen

Nicht umsonst kennt man Hisataro in der Schule als den Jungen, der ungewöhnlich „alt“ erscheint. Wer begreift, dass er einen Tag mehrfach ohne Konsequenzen durchspielen kann, nutzt das gelegentlich aus. Vielleicht zum Vorteil. Aber wie sich im Buch zeigt, führt das Spiel mit der Zeit auch dazu, dass die Variation eines einzelnen Tages unschöne Geheimnisse offenlegen kann — selbst, wenn der Tag sich danach unverändert wiederholt. Jedenfalls, sofern man nicht den neunten Tag bewusst umstellt. Als Teenager hat Hisataro auf diese Weise viele aufschlussreiche Erfahrungen über seine Mitmenschen gemacht. Bei seinen Ermittlungen gibt es da keine Ausnahme.

Wer an Evelyn Hardcastles Schicksal oder das berühmte Murmeltier denkt, liegt nicht ganz verkehrt. Yasuhiko Nichizawa allerdings hat einen nochmals anderen Zugang zur Zeitschleife gefunden und mischt damit Ermittlungen, Erfahrungen und Familiengeschichte. Familie Fuchigami hat es sich in der Vergangenheit nicht leicht gemacht und Hisataro ist nicht nur hinsichtlich seiner detektivischen Fähigkeiten gefragt. Sondern auch wegen seiner Menschenkenntnis, wo er den Familienmitgliedern ungewollt einiges voraushat.

Yasuhiko Nishizawa - The Man who died seven times

Der Roman gehört für mich ganz sicher auf eine künftige Karte meines Übersetzungsbingos. Auch 35 Jahre nach seinem Erscheinen sind Figuren und Plot großartig angelegt. Und es ist schade, dass ich nicht die Fähigkeit habe, Nishizawas Titel ein weiteres Mal zum ersten Mal zu lesen.

Bibliografische Angaben

Verlag: Pushkin
ISBN: 978-1-80533-543-6
Originaltitel: Nanakai shinda otoko (七回死んだ男)
Erstveröffentlichung: 1995
Englische Erstveröffentlichung: 2025
Übersetzung: Jesse Kirkwood

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