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Bücher über Schnee und Winter; Foto: Bettina Schnerr

Bücher von Schnee und Winter

Seid ihr auf der Suche nach passender literarischer Begleitung für den Winter? Oder auf der Suche nach einem Geschenk? Vielleicht ist eines der drei folgenden Schneebücher für euch.

Als es noch richtige Winter gab

Ein ganz klassisches Lesebuch gibt es in der Insel-Bücherei. Der Titel verrät die Richtung: Das kleine Büchlein enthält vor allem Gedichte, Zeichnungen und Erinnerungen ab etwa dem 18. Jahrhundert bis ins späte 20. Jahrhundert. Es füttert mit der Textauswahl von Matthias Reiner die Nostalgie derer, für die die Winter früher viel stimmungsvoller und schneereicher waren. Fotografien von Isolde Ohlbaum untermalen den Eindruck. Sie sind allesamt farbig, doch durch die Motivwahl (Schnee!) sehr dezent.

Textlich geht es übrigens nicht immer schneeromantisch zu. Die bayrische Bäuerin Anna Wimschneider zum Beispiel erzählt von beißender Kälte, viel zu dünner Kleidung und vielen Tränen. Wieder gut machen möchte es Luise Haarer, eine Kochbuchautorin, mit Silvesterpunsch. Christian Morgenstern dichtet, Papa Moll schützt einen Schneemann und Wilhelm Busch begleitet eine tragische Geschichte mit dem ihm eigenen Wortwitz.

Als Geschenk taugt es für eingefleischte Fans der Insel-Bücherei und vor allem Liebhaber der (klassischen) Poesie. Wer mit Lyrik wenig anfangen mag und zeitgenössische Texte bevorzugt, sollte einen Bogen drumrum machen.

Schnee

Die kleine Novelle aus Frankreich spielt in Japan: Sie erzählt eine Geschichte von Kunst, Poesie und Liebe. Der junge Yuko will Dichter werden und besingt am liebsten den Schnee. Er geht beim Maler Soseki in die Lehre, der ihm durch die Farben auf der Leinwand die Farben für die Sprache lehren soll. Soseki allerdings ist blind und wird Yuko auf besondere Art für diese Farben öffnen.

Während seiner Lehre erzählt Sosekis Diener die Geschichte des alten Mannes, der früher ein Samurai war und wegen der Liebe zugleich alles verloren und alles gewonnen hat.

Als Geschenk taugt es für Liebhaber poetischer Geschichten, kombiniert mit einem wunderbar passenden Covermotiv, das sich in der Innengestaltung wiederholt. Und Bücher in Leinen gebunden wirken sowieso immer gleich sehr hochwertig.

Das kleine Buch vom Schnee

Sally Coulthard hat meinen persönlichen Liebling geschrieben. Hinter dem Titel verbirgt sich ein kleines Sachbuch, zu dem sie ihre Kinder inspiriert hatten. Die stellten so viele Fragen, die Coulthard nicht beantworten konnte, dass sie zu recherchieren begann. Also klärt das Buch ein wenig über Kunstschnee auf und nimmt die Effekte der früheren Filmemacher in Hollywood gleich mit.

Die Mischung macht’s. Neben der Erklärung, wo das Wort Schlitten vermutlich herkommt, gibt es Fun Facts zum größten je gebauten Iglu oder dem kältesten Ort der Welt. Das Buch erklärt, wie Tiere und Pflanzen mit Schnee umgehen und natürlich fehlt trotz der Kürze nicht eine natürlich kurze Erklärung, warum wir Schnee brauchen und wie der Klimawandel ins Thema passt.

Als Geschenk taugt es für jeden, mit Kinder und ohne Kinder. Die Gestaltung ist liebevoll und detailreich. Alles ist illustriert (nicht nur mit Schneeflocken) und der Einband aus dicker Pappe ist geprägt!

Bibliografische Daten

Maxence Fermine – Schnee
Verlag: Unionsverlag
ISBN: 978-3-293-00509-9
Originaltitel: Neige
Erstveröffentlichung: 1999
Deutsche Erstveröffentlichung: 2016
Übersetzung: Monika Schlitzer

Sally Coulthard – Das kleine Buch vom Schnee
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-20731-8
Originaltitel: The little Book of Snow
Erstveröffentlichung: 2018
Deutsche Erstveröffentlichung: 2019
Übersetzung: Katy Albrecht

Matthias Reiner, Hrsg. – Als es noch richtige Winter gab
mit Fotos von Isolde Ohlbaum, Buch Nr. 1413
Verlag: Insel-Bücherei
ISBN: 978-3-458-19413-2
Erstveröffentlichung: 2015


Foto: Bettina Schnerr

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