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Peter Mayle – Cézanne gesucht

Der New Yorker Starfotograf André Kelly verdient seine Brötchen maßgeblich mit Fotografien aus edel ausgestatten Appartements und Landsitzen der Haute Volée, die er weltweit für das namhafte Design-Magazin DQ schießt. Nach einem Auftrag in Frankreich macht er einen kleinen Abstecher zum Haus der Denoyers am Cap Ferrat, das er für DQ vor einiger Zeit bereits abgelichtet hat (kleine Macke im Klappentext!). Dabei beobachtet und fotografiert er den Abtransport eines wertvollen Cézanne, der bisher den Kamin der Denoyers zierte. Das sensationelle Gemälde verschwindet in dem gewöhnlichen Lieferwagen einer Installationsfirma.

André unterrichtet Denoyer selbstverständlich von seiner Beobachtung. Doch ab diesem Zeitpunkt häufen sich merkwürdige Zufälle in seinem Leben. Camilla hat plötzlich keine Aufträge mehr für ihn, sein New Yorker Apartment wird ausgeraubt und Denoyer selbst scheint allzu beherrscht zu reagieren. Mit Hilfe von Cyrus Pine, einem Kunsthändler von Rang, und seiner Agentin Lucy Walcott will André das Geheimis des wandernden Cezanne lüften.

Amüsante Bilderjagd für Hobby-Detektive

Einziges Manko von Beginn an ist, dass die Story etwas zu durchscheinend ist. Die Zusammenhänge sind schnell klar und man ahnt, wie sich die ganzen W-Fragen gegen Ende auflösen werden. Als Krimi geht dieser Mayle nicht durch. Da ändert auch ein Ex-Söldner mit dem üblichen Kurzhaarschnitt nichts, der die drei Hobby-Detektive ins Jenseits zu befördern sucht. Aber als spritzigen Roman über die Differenzen in der Lebensart zweier Welten und als amüsante Verfolgungsjagd nach dem Cézanne-Geheimnis lässt sich das Buch allemal lesen. Ein bisschen Kunstkrimi, ein bisschen Roman, ein bisschen Frankreich-Werbung. Peter Mayle verknüpft seine Vorliebe für das französische Savoir Vivre (insbesondere wohl das Essen) mit einem flotten Plot über merkwürdige Gepflogenheiten der Kunstszene, in der Bildwerte in Millionenhöhe geschickt verborgen vor der Öffentlichkeit verschoben werden.

Das Buch ist wunderbar geeignet für Momente, in denen man zuhause ein bisschen südliche Sonne und Genuss braucht und ein bisschen Mitleid für alle, die im tristen und hektischen Rest der Welt (besonders New York) ihr Dasein fristen müssen.

Bibliografische Angaben

Verlag: Goldmann
ISBN: 3-44244568-X
Originaltitel: Chasing Cezanne
Erstveröffentlichung: 1997
Deutsche Erstveröffentlichung: 1998
Übersetzung: Ursula Bischoff

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