Herbstlese 2026 der japanischen Literatur: Kochen & Sachbücher

von Bettina Schnerr
5 Minuten Lesezeit
Herbstlese 2026: neue japanische Sachbücher und Kochbücher

In unregelmäßigen Abständen stelle ich meine Fundstücke aus den Verlagsvorschauen in einem Vorschau-Bilderbuch vor. Vor zwei Jahren hatte ich mich in einer Spezialausgabe damit befasst, wie breit japanische Literatur und mit Japan verknüpfte Titel im damaligen Herbstprogramm gestreut waren. Dies ist der dritte Teil meiner Herbstlese-Serie 2026 mit Sachbüchern zu Land & Leuten, Geschichte und Lifestyle, sowie einem üppigen Teil Kochbücher. Wurde doch Zeit, dass ich die Idee wieder aufleben lasse, oder?

Die beiden anderen Teile sind Romane & Healing Novels sowie Krimis & Fantasy. Bücher, die auf meinem persönlichen Wunschradar gelandet sind, sind mit einem ✻ markiert.

Alles rund um Land & Leute

Diese Rubrik führt in diesem Herbst nicht nur direkt ins Herz der Hauptstadt und in das unbekannte, ländliche Japan. Sie hält auch einen Tipp parat, wo das Land der aufgehenden Sonne direkt in Deutschland entdeckt werden kann.

Ludovic Torreton – Tokio im Lifestyle-Porträt
Eine visuelle Reise durch die Stadt verspricht dieser City Guide ein. Lokale Experten führen durch die Stadt zwischen futuristischen Architektur-Ikonen zu grünen Oasen oder kuriosen Museen und nostalgischen Gassen. So ergeben sich Tipps für jede Jahreszeit und der Stadtführer ist zugleich eine Coffetable-Schönheit. (Prestel)

Iris Hempelmann – Another Japan
Das Buch zeigt „Alltag und Tradition abseits der Metropolen“, durch kleinere Städte und ländliche Regionen. Es zeigt lokale Feste ebenso wie Werkstätten oder Häusern. So entsteht eine Annäherung an Orte im Wandel, geprägt von Alltag, Kreativität und leiser Beharrlichkeit. (Gestalten Verlag)

André Herrmann – Die zwei Wochen kriegen wir schon rum!
Einen Reisebericht mit Comedy-Effekt liefert dieser Urlaub mit den eigenen Eltern. Der Vater bucht und die ganze Familie erwarten zwei Wochen feinster Kulturschock und eine Zerreissprobe für die japanische Gastfreundlichkeit. Ob die Herrmanns wirklich in Japan waren, oder der Sohn einfach einen Sinn für die diversen Fettnäpfchen hat, in die seine Eltern stolpern könnten, weiß ich allerdings nicht. (Rowohlt)

Aimie Eliot – Echt Japan
Japan ist mehr als Tempel, Sushi, Neonlichter. Die Journalistin Aimie Eliot öffnet Türen, die Reisenden sonst verschlossen bleiben. Mit atmosphärischen Texten, Bildern und Illustrationen entsteht ein intensives Porträt Japans – authentisch und fernab touristischer Klischees. Ein Buch für alle, die Japan verstehen wollen. (Frederking & Thaler)

Axel Schwab – Nippon meets Germany
Ganz ohne Flug kann man Japan in Deutschland entdecken. Das Buch stellt die wichtigsten Orte vor, wie Museen oder japanischen Gärten. Es listet Feste und Erlebnisse, die deutschlandweit ein Stück Japan ins Land holen. (Bruckmann)

Japanisch Essen und Trinken

Die Sparte Essen ist mit 19 Titeln fast ebenso stark wie die Belletristik geworden. Matcha liegt groß im Trend und allen Kochbüchern ist gemeinsam, dass sie eine leichte Umsetzung aller Rezepte im Alltag versprechen.

Laure Kié – Japan. Das grosse Buch der Esskultur
Über 120 Rezepte, Reportagen und Interviews sowie zahlreiche Fotos und Illustrationen zeigen die Bandbreite japanischer Esskultur. Es geht um Grundlagen und typische Zutaten ebenso, wie um Streifzüge durch Izakaya oder Depachika. Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen, wie Okonomiyaki, Tempura oder Mochi auch zuhause gelingen. (Prestel)

Tina Wagner Lange, Maurice K. Grünig, Judith Gmür-Stalder – Nihon Cha. Japanischer Tee zwischen Tradition und Zeitgeist
Ein Sach- und Bildband, der Tee als Kulturgut, Wirtschaftszweig und landwirtschaftliches Produkt vorstellt, aber auch auf seine Aufgabe als Tor zur inneren Einkehr einkehr. Die Autorinnen ergründen, wie Tee den Zeitgeist und der Zeitgeist den Tee prägt. Die Rezepte schlagen eine Brücke zwischen japanischer Kulinarik und Sinneswelten und europäischen Produkten. (AT Verlag)

Jenki / Mareike Weber – Matcha at Home
Noch mehr Tee liefert dieses Buch in Gestalt von 50 Rezepten, von Strawberry Matcha Latte über Banana Bread bis Tiramisu. Vom Drink über den Snack bis zum Süßen ist für alle Wünsche etwas dabei. Im Original wurde es von der Matcha-Marke Jenki herausgegeben. (Christian Verlag)

Brendan Liew – Konbini
Ein bislang ungewöhnliches Konzept verfolgt „Konbini“, das Kultrezepte sowie Geschichten und Einblicke in die ikonische Convenience-Store-Kultur präsentiert. Das Versprechen: Die populärsten Gerichte lassen sich unkompliziert nachkochen für das authentische Japan-Feeling zuhause. (Christian Verlag)

Yoko Nakazawa – Tsukemono
Das Buch widmet sich eingelegten und fermentierten Lebensmitteln, ohne die die japanische Küche nicht denkbar wäre. Obendrein sind Tsukemono großartiges Futter für Darmgesundheit und Mikrobiom. Anleitungen, praktische Tipps und stimmungsvolle Illustrationen erleichtern das Nachmachen. Geschichten aus ihrer eigenen Kindheit im ländlichen Japan verleihen den Rezepten eine persönliche Note. (DK Verlag Dorling Kindersley)


Lukas Grossmann – Umami
Dieses Kochbuch erklärt die Welt der herzhaften Aromen zeigt, wie man die Alltagsküche auf ein völlig neues Level heben kann. Der Guide erläutert die Prinzipien des Flavor-Pairings und dokumentiert, wie Tomaten, Pilze, Parmesan oder fermentierte Zutaten harmonieren und selbst einfachen Gerichten eine unglaubliche Komplexität verleihen. (Gräfe und Unzer)

Laure Kié – I love cats and Japan
Noch einmal Laure Kié, dieses Mal mit allerlei Rezepten für kombinierte Japan- und Katzen-Fans: Von der Katzen-Sushi-Platte und Gyoza in Katzenform bis zu „Miau-Miau-Keksen“ verwandelt das Kochbuch Onigiri, Matcha Latte oder Mochi in kawaii Snacks für die Bento-Box oder eine Party. (Südwest)

Samira Dang – Matcha
Samira Dang zeigt, wie einfach es ist, das Trendgetränk in den Alltag zu integrieren. Egal, ob absoluter Anfänger bist oder auf der Suche nach neuer Inspiration: von der richtigen Qualität über die perfekte Zubereitung bis hin zu genialen Rezepten ist alles dabei. (Gräfe und Unzer)

Katrin Wondra, Max Hauf – Maka Magic
Maka begann als Lockdown-Experiment in Wien: Ramen-Kits in Weckgläsern per Lieferservice. Schnell folgten Pop-Ups in befreundeten Restaurants, bis die Initianten schließlich ihr eigenes Maka-Ramen-Restaurant eröffneten. Mit Ramen-Suppen, Tapas wie Miso Melanzani und Korean Fried Chicken oder Mango Sticky Rice. Inspiriert von der japanischen Küche kombinier Maka verschiedene Geschmacksrichtungen auf eigene Art. (Brandstätter)


Ein Blick in Geschichte & Lifestyle

Mark Hudson – 24 Stunden im alten Japan
Wie sah der Alltag der Menschen im Shogunat unter Tokugawa Ieyasu aus? Samurai rüsten sich zum Krieg, das Christentum wird verboten und der Einfluss des internationalen Seehandels wird zurückgedrängt. Das Buch portraitiert jeweils einen Tag im Leben von 24 verschiedenen Menschen im Jahr 1614, von Adligen über Kaufleute, Möchen, Bauern oder Piraten, und vermittelt einen lebendigen Einblick in die Geschichte des Landes. (Anaconda Verlag)

Rimika Tanaka – Die Weisheit der Samurai-Frauen
Ein bisschen Ratgeber, ein bisschen Landesgeschichte. Tanaka verbindet ihre eigene Samurai‑Ahnenreihe mit zeitgenössischen Praktiken – ein Leitfaden für Frauen, die mutiger, achtsamer und widerstandsfähiger leben wollen. Ausgehend von Geschichten und Ritualen samuraiischer Kriegerinnen stellt sie „sechs Pfade der Weisheit“ vor. (Goldmann)

Shigehiko Toyama – Die Kraft der klaren Gedanken
Das Buch gilt als Klassiker in Japan und ist erstmals auf Deutsch erhältlich. In 33 leicht zugänglichen Essays zeigt Toyama, wie sich Gedanken formen, wann das Gehirn am leistungsfähigsten ist, was an Gelerntem wir getrost vergessen dürfen und warum unser Leben glücklicher wird, wenn wir nicht nur unsere Wohnung, sondern auch unseren Kopf aufräumen. Eine alltagstaugliche Anleitung. (Penguin)

Dávid Soboň – Sushi
„Eine illustrierte Geschichte zum Reinbeißen“ ist bei diesem Kinderbuch sicher nicht untertrieben. Es zeigt reichhaltig und schön illustriert die Geschichte des japanischen Nationalgerichts — von den an Berghängen gelegenen Reisfeldern, über die Seetang-Farmen, durch den Trubel auf den Fischmärkten, historischen Gassen mit den ersten Sushi-Ständen bis hin zu modernen Restaurants im Tokio von heute. (Helvetiq)


Linktipps
Chris Broad – Abroad in Japan
Lena Schnabl – Meine Suche nach dem Nichts
Michelle Mackintosh: Train Japan


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