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Keigo Higashino – Newcomer

Keigo Higashino - Newcomer

Eine Frau, die ihre Freundin Mineko Mitsui zuhause besuchen wollte, findet diese erdrosselt auf dem Fußboden der Wohnung und alarmiert die Polizei. Den Fall übernimmt die Mordkommission der Tokyo Metropolitan Police und unterstützt wird sie vom lokalen Polizeirevier aus Nihonbashi. Just in diesem Revier treffen wir auf einen alten Bekannten: Kyoichiro Kaga, der gerade erst ins Quartier versetzt wurde und als „Newcomer“ im Team arbeitet. Offenbar ist er degradiert worden und seine alte Position los. Aber den Grips und die Rafinesse, aus simplen Beoabchtungen die richtigen Schlüsse zu ziehen, hat er freilich behalten.

Während er die Kommissare zu Beginn noch begleitet, macht er sich schnell alleine auf den Weg und besucht der Reihe nach all die Läden und Ladenbesitzer im Viertel, die Mitsui in den Tagen vor ihrem Tod getroffen haben könnte. Auch der Sohn der Toten lebt gar nicht weit weg, hat seine Mutter aber fast zwei Jahre nicht gesehen. Bei manchen Treffen bringt Kaga gar etwas mit. Er taucht stets an mehreren Tagen unvermutet auf und verteilt all die Fragen, die er hat, auf seine Termine. Das sorgt für viel Verwunderung. Doch Kaga tut das meist mit einem Lächeln ab und findet, als „Newcomer“ müsse er eben das Viertel und seine Leute ein bisschen besser kennenlernen. Dabei ist sein Ziel noch ganz ein anderes. Kaga findet mehrere Ungereimtheiten, denen er auf die Spur kommen möchte. Da ergeben sich Hinweise auf mögliche Abläufe beim Verbrechen (fast) von ganz alleine.

Yoriko laughed. ‚That was when the commissioner told me how he had brought in a rather „interesting“ new detective from another precinct. I asked him what exactly he meant by „interesting“. He said that the detective in question was very sharp, very eccentric, and, to top it all off, very stubborn. I imagine he was talking about you, Detective Kaga?‘

Abwechslungsreiche Erzählungen

Innerhalb der mir bisher bekannten Kaga-Bücher erzählt Keigo Higashino keinen Fall auf dieselbe Art und Weise. Während man bei Malice / Böse Absichten den Täter kennt und ein Motiv sucht, gibt es bei Ich habe ihn getötet zwei Geständnisse zu viel und Higashino erzählt den Fall aus mehreren Perspektiven. Im aktuellen Fall der Toten von Nihonbashi ist der Täter lange außer Sichtweite der Leser:innen. Die Geschichte entwickelt sich wie beim Häuten einer Zwiebel — jedes Kapitel widmet sich einem anderen Laden in der Gegend. Jedes Mal kümmert sich Kaga um ein anderes Rätsel und verblüfft mit den Details, auf die er achtet. Warum zum Beispiel will er wissen, ob der Versicherungsvertreter sein Jackett angezogen hatte oder nicht? Und was hat es mit dem süßen Snack zu tun, den jemand mit Wasabi präpariert hat?

Die Struktur begeistert mich, weil sie nicht nur einen Krimi erzählt. Keigo Higashino gelingt es in „Newcomer“ eben auch, Geschichten aus dem Viertel zu erzählen. Von kleinen Familienzwistigkeiten, kleinen Theatertruppen und jungen Menschen, die ihre Träume leben wollen. Von sehr spezialisierten Läden, die zwar hoch geschätzt sind, sich aber mehr schlecht als recht tragen, und von kleinen Gewohnheiten und Traditionen. Das verleiht dem Buch einen Hauch von Kurzgeschichten, die alle miteinander verwoben sind. Higashino erzählt die Geschichten um Mineko Mitsui sehr familiär und manchmal wirkt Kaga wirklich wie ein Zugezogener, der sich einfach nur in seinem Viertel umschaut.

Uesugi was convinced that this precinct cop had stage-managed the whole saga from start to finish.


Schaut man sich die Kaga-Serie von Keigo Higashino an, sind die bisher auf Deutsch erschienenen Bände die Nummern 4 und 5. Der hier vorgestellte „Newcomer“ ist Nummer 8. Kennen muss man die Vorgängertitel allerdings auf keinen Fall. Dass Kaga seine ursprüngliche Stelle verloren hat, wird gegen Ende des Buchs aufgeklärt. Für Serienfans sei hier der Hinweis angebracht, dass offenbar der bisher unübersetzte Fall zuvor (Akai yubi / 赤い指) für den Stellenwechsel gesorgt hat.


Bibliografische Angaben

Verlag: Abacus
ISBN: 978-0-349-14362-0
Originaltitel: 新参者 (Shinzanmono)
Erstveröffentlichung: 2015/2017
Deutsche Erstveröffentlichung: 2019
Übersetzung: Sabine Mangold

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