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Das Vorschau-Bilderbuch Frühjahr 2023

Obgleich viele Frühjahrsvorschauen schon seit Wochen, wenn nicht gar Monaten zu neuen Leseabenteuern einladen, habe ich mir ein wenig Zeit gelassen. Es sind immer interessante Stunden, Titel und Autoren zu entdecken oder wiederzuentdecken und manchmal hake ich ganze Programme ab, wenn so gar nichts anziehendes dabei sein will.

Stellvertretend für all die gut klingenden Titel aus dem Frühjahrsprogramm stehen in diesem Jahr 20 Titel, die mir sehr vielversprechend erscheinen (später folgende Rezensionen werden selbstverständlich verlinkt). Wahrscheinlich werde ich nicht alle davon lesen können. Aber wie schade wäre es doch, deshalb auf so eine Parade zu verzichten? Denn vielleicht habe ich ja auch für euch etwas aufgegriffen:

Anthony McCarten – Going Zero

Eine junge Bibliothekarin versucht, „Fusion“ zu überlisten, ein Projekt der US-Geheimdienste und des Social-Media-Moguls Cy Baxter. Gelingt es ihr, 30 Tage unauffindbar zu bleiben, winken ihr 3 Millionen Dollar. Ob das klappt? Seit ich ein Sachbuch über das durch Spezialisten organisierte Abtauchen (z.B. vor gewalttätigen Ex-Ehemännern) gelesen habe, frage ich mich, ob und wie so etwas klappen könnte. / Diogenes

Riku Onda – Fische, die in Sonnensprenkeln schwimmen

Eine letzte Nacht in ein und demselben Raum und Aki und Hiro halten sich gegenseitig für Mörder. Nach dem Verschwinden ihres Bergführers haben sie immer noch keine Ahnung, was bei ihrer Tour genau passiert ist. Und die Frage „Werden beide die Wohnung am nächsten Tag lebend verlassen?“ scheint mir eine Steilvorlage für ein großartiges Kammerspiel zu sein. Onda hat ihre Rafinesse bei „Die Aosawa-Morde“ ja schon gezeigt. / Atrium

Till Raether – Die Architektin

Westberlin in den frühen 70er-Jahren. Inmitten der grauen, von Männern geprägten Zeit der 1970er Jahre setzt eine schillernde Baulöwin ihre Projekte in Westberlin durch. Bis ein junger Praktikant einer kleinen Zeitung von seltsamen Vorkommnissen auf der Grossbaustelle berichtet und damit ins Visier der Architektin gerät. Das klingt nach einem spannenden Roman – wenn nicht sogar Wirtschaftskrimi. / btb

Jody Rosen – Zwei Reifen, eine Welt

Ein Sachbuch über das Fahrrad? Klingt doch fabelhaft! Das „geniale Fortbewegungsmittel“ (würde ich so unterschreiben), das sich immer behauptet hat und heute das meistgenutzte Transportmittel weltweit ist. Rosen erzählt von aristokratischen Jungspunden auf Drahteseln, von Frauen, denen das Fahrradfahren per Gesetz verboten wurde, weil sie ihren Männern davonfuhren, von Fahrradfriedhöfen bis hin zu den BLM-Protesten. Das wirkt doch wie eine sinnvolle Fortsetzung von „Autokorrektur„, oder? / Hoffmann & Campe

Rin Usami – Idol in Flammen

Die Schülerin Akari ist von Masaki besessen, einem beliebten J-Pop-Idol. Als Gerüchte aufkommen, er habe einen weiblichen Fan angegriffen, explodieren die sozialen Medien. Auch Akari und ihr Masaki-Blog geraten in die Unruhen. Anstatt sich zu emanzipieren, wird Akari noch fanatischer. Kritischer Blick auf eine verstörende Fankultur, die Leere füllen soll und manchen Menschen den Blick in die Realität versperrt. / Kiepenheuer & Witsch

Ned Beauman – Der gemeine Lumpfisch

Eine Minengesellschaft vernichtet den Lebensraum eines wenig bekannten Lumpfischs. Nun müsste sie für viel Geld Auslöschungszertifikate erwerben. Allerdings hat sich der zuständige „Umweltverträglichkeitskoordinator“ mit Leerverkäufen von Zertifikaten verspekuliert. Seine einzige Hoffnung: irgendwo ein Exemplar des Fischs auftreiben, damit die Spezies nicht als ausgerottet gilt – ein gewitzter Ökokrimi, wie mir scheint. / Liebeskind

Tomoko Kitagawa, Timothy Revell – Die großen Unbekannten der Mathematik

Eine Reise durch 3000 Jahre Mathe-Geschichte und über alle Kontinente macht mich ganz sicher neugierig. Eine Geschichte über eine Wissenschaft, deren heutige Form in Kooperation entstanden ist, bei der viele Namen vergessen gingen oder auch bewusst ignoriert wurden. / Goldmann

Philipp Gurt- Mord im Bernina-Express

Mord im Orient-Express, im Bullet Train und nun im Bernina Express. Ein Locked-Room-Krimi auf Reisen. Eine junge Frau wird von einer japanischen Touristin gefunden und der Mörder muss sich noch im Zug befinden. Corina Costa, Beamtin der Kantonspolizei Graubünden, steigt inmitten der rauen Einsamkeit zu und will den Fall lösen. / Oktopus (bei Kampa)

Annette Pehnt – Die schmutzige Frau

Ein Roman die existenziellen Konsequenzen einer Ehe, heißt es. Mir ist nicht ganz klar, was mich erwartet, aber genau das macht mich neugierig. In der einen Ankündigung überrascht den Mann die Entwicklung der Frau, in einer anderen heißt es, sie könne die Wohnung nicht mehr verlassen – während ihr Mann seine ganz eigenen Interessen verfolgt. / Piper

John Brownlow – Seventeen

Eine lange „Ahnenreihe“ von Auftragskillern kommt dann, wenn „die Diplomatie versagt“. Inzwischen ist Nummer 17 aktiv, der eines sicher weiß: Er soll Nummer 16 erledigen, so, wie er eines Tages von Nummer 18 getötet werden wird. Nur scheint dieses System aus dem Gleichgewicht zu geraten. / rororo

Brian Klingborg – Die Beute des Tigers

Raus aus den üblichen Krimischauplätzen heißt es mit Inspektor Lu Fei. Der ist einflussreichen Personen in die Quere gekommen und untersucht jetzt Wilderei in einer nordchinesischen Provinz und das Verschwinden einer jungen Frau. Einer geheimnisvollen Information zufolge lösen sich die Rätsel im Dschungel von Myanmar. „Dieses Mal riskiert er nicht nur eine Strafversetzung, sondern sein Leben.“ / Goldmann

Robert Coover, Art Spiegelman – Street Cop

Art Spiegelman habe ich erst vor Kurzem mit Muße gelesen (ein Dank geht an Lea Frei) – und bekomme schon Nachschub! „Streeet Cop“ erzählt eine kleine Dystopie aus einer Zeit, in der Mord keine grosse Sache mehr ist und in der ganz altmodisch ein letzter Cop auf Streife geht. In einer Welt der Roboter, Drohnen und fliegenden Autos. / Fischer

Michael Connelly – Zwei Wahrheiten

Harry Bosch, zwangspensioniert beim LAPD, dafür nun als freiwilliger Unterstützer für das unterfinanzierte San Fernando Police Department im Los Angeles County unterwegs. Während er vor Ort einen Doppelmord untersucht, angelt das LAPD in einem alten Fall herum. Bosch soll Beweismittel in einem anderen Mordfall manipiliert haben. Ob er das hinbekommt? Keine Frage. Aber wie? / Kampa

Hika Harada – 3000 Yen fürs Glück

Kotoko ist überzeugt: Wie man diese eher kleine Summe ausgibt, sagt viel über die eigene Persönlichkeit aus. Und ihre Enkelin Miho stellt fest, dass da etwas dran sein muss. Miho und ihre Schwester, die Mutter oder Großmutter Kotoko: sie machen sich Gedanken um die Zukunft und wollen wissen, ob Geld unsere Persönlichkeit beeinflusst. / dtv

Kim Young-tak – Knochensuppe

Busan, Hafenstadt in Südkorea, im Jahr 2064. Tsunamis verwüsten die Stadt immer wieder und lassen viele Bewohner sterben oder verarmen. Küchenhilfe Lee Uhwan lässt sich daher als Zeitreisender anheuern, um ein Rezept aus der Vergangenheit zu holen. Er schafft es, will nun aber in der Vergangenheit bleiben und bringt damit eine ganze Menge anderer Menschen in große Gefahr. / Golkonda

Noa Yedlin – Unter Freunden stirbt man nicht

Kurz vor der Verleihung des Nobelpreises stirbt ein Nominierter. Seine Freunde vertuschen den Tod nach Kräften, denn nur Lebende können den Preis erhalten. Ihr Vorhaben bringt Geheimnisse ans Tageslicht, unerfüllte Wünsche, ungesagte Wahrheiten und verdrängte Gefühle. Auf einem Weg voll absurder Situationen – von einem Radfahrer, der einen Toten überfährt, bis zu einer Reinigungskraft, die stillschweigend einen Toten wegräumt – arbeiten sie sich Tag für Tag Richtung Preisverleihung. / Kein & Aber

Hisashi Kashiwai – Das Restaurant der verlorenen Rezepte

Nagare und seine Tochter Koishi betreiben ein kleines Restaurant in Kyoto, das Kamogawa-Café. Kaum jemand kennt es, doch wer es dringend braucht, der findet es. Nagare und Koishi bieten einen besonderen Service: Sie kochen Gerichte nach, die man irgendwann einmal gegessen hat und deren Rezept man nicht kennt. Mit detektivischem Spürsinn finden sie heraus, wie die verstorbene Ehefrau ihre Udon-Nudelsuppe kochte, beschwören die verschüttete Erinnerung an eine große Liebe herauf oder schenken mit dem Geschmack eines Kindheitsessens Trost. / Ullstein

Lars Reichart – Zimmer für immer

Wie wollen wir leben? Gibt es wirklich gar nichts jenseits von Paar­, Familie und Singledasein? Ein inspirierender Ausflug in andere Wohnmodelle. Zumal überteuerte Mieten und zunehmende Vereinzelung Kreativität fordern. Reichardt stellt von der Kommune über das Mehrgenerationenhaus und ein Selbstversorgerdorf bis zur WG verschiedene Modelle vor. Er spricht mit einem Architekten und mit einem Immobilienentwickler – all das, um sich und uns auf neue Ideen zu bringen. / Kein & Aber

Kim Koplin – Die Guten und die Toten

„Macht ihr sowas öfter?“ Saad lebt mit seiner kleinen Tochter Leila unterm Radar und arbeitet nur nachts in einem Parkhaus. Aber er macht wider Willen Bekanntschaft mit Kriminalkommissarin Nihal Khigarian, als man eine Leiche in seinem Kofferraum findet. Irgendwie haben die Leute damit zu tun, die in seinem Parkhaus parken und viele davon werden die Story nicht überleben. / Suhrkamp

C.K. McDonnell – Bunny McGarry und der Mann mit dem Allerweltsgesicht

Paul Mulchrone ist auf der Flucht vor Leuten, die er nicht kennt und von denen er nicht weiß, warum sie ihn töten wollen. Seine einzigen Verbündeten sind eine Krankenpflegerin, die zu viele Krimis gelesen hat und Paul mit gefährlichem Halbwissen berät, und ein abtrünniger Kommissar mit fragwürdigen Methoden und einem ungesunden Hang zu Alkohol und roher Gewalt. / Eichborn


Gibt es Bücher aus dieser Vorschau, die euch ebenfalls ansprechen und die euch vielleicht ebenfalls in den Frühling begleiten? Falls nicht, welche dann? Lasst es mich wissen!

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